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Mein Weg zum Mantrailing

Vorwort des Seminarleiters:

Werte Hundeführer, dieses Seminar sollte Sie überzeugen, was eine gut ausgebildete Hundenase leisten kann.

Jeder von euch sollte wissen, dass jeder Mensch und jedes Tier einen anderen Geruch hat und nur die feine Nase des Hundes in der Lage ist, diesen Unterschied zu erkennen.

Da Mantrailing in Österreich nahezu unbekannt ist, biete ich zu diesem Thema die Ausbildung in Form von Seminaren an.


Mein erster Einsatz und mein Weg zum Mantrailing

Im August 1994 in dem Jahr als ich noch als Feuerwehrmann tätig war, kam um Mitternacht ein Alarm.  Ein 4 – jähriges Kind sei abgängig.Mit dieser Information fuhr ich zum Einsatz.

Vor Ort waren ca. 150 Feuerwehrleute und ca. 70 Schaulustige. Ich hatte damals schon einen ausgebildeten Suchhund, aber keiner konnte genau sagen wo und wie das Kind verschwunden war. Ich hatte die Idee mit der Mutter zu sprechen und fragte ob sie ein Kleidungsstück des Vermissten hat, denn ich wusste nicht wie und wo ich meinen Hund auf eine Spur ansetzen sollte, vor allem wenn ca. 200 Leute kreuz und quer über den Platz rannten. Nachdem ich einen Socken des Vermissten erhielt, ließ ich meinen Hund daran riechen. Ich konnte es kaum glauben, mein Hund ging mitten durch die Menge über eine Wiese in ein Maisfeld. Nach ca. 15 min legte sich mein Hund auf den Boden, um mir zu zeigen dass er etwas gefunden hat. Ich war froh, es war das vermisste Kind und es lebte trotz einer schweren sexuellen Misshandlung. An diesem Tag hat für mich ein neuer Weg zur Suche von vermissten Personen begonnen.

Ich suchte nach Möglichkeiten wie ich die Personensuche verbessern konnte, aber niemand konnte mich in dieser Richtung unterstützen. Bis ich im Fernsehen eine amerikanische Sendung sah, in der Hundeführer mit Hilfe eines „Bloodhound“ (Bluthund) eine Personensuche durchführten.

Mit dieser Information machte ich mich erneut auf die Suche und hatte im Jahr 2007 die Möglichkeit ein Seminar in Deutschland zu besuchen.


Was ist Mantrailing

Mantrailing ist die Suche mit einem Hund nach einem ganz bestimmten Menschen anhand dessen Geruchsspur. Wichtig ist den Unterschied zwischen Mantrailing und Fährtensuche zu verstehen, denn diese beiden Suchsparten unterscheiden sich grundsätzlich voneinander.

Bei der Fährtenarbeit geht man ausschließlich der Bodenverletzung, die durch Fußspuren, egal von wem sie stammen, nach.

Beim Mantrailing verfolgt der Hund nicht die Fußspur, sondern eine Spur (Trail), die ausschließlich aus den verlorenen Geruchspartikeln des gesuchten Menschen besteht.

Das bedeutet, wenn der Gesuchte mit einem Fahrrad gefahren ist, findet der Hund ihn auch, obwohl er keinen Fußtritt auf den Boden setzte.

Wichtig für jeden Hundeführer ist es zu wissen, dass jeder Mensch ständig eine Vielzahl an mikroskopisch kleinen Partikeln verliert, die vom Menschen wie Schneeflocken fallen und vom Wind verweht werden. Je nach Umfeld werden sie dann von Gebüschen, Mauerritzen, Asphalt oder Gräsern aufgefangen und von Bakterien, die es in der Natur gibt, zersetzt.Diese Zersetzung hängt natürlich von der Temperatur, Feuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit ab.

Jedenfalls ist es möglich, diesem Geruch bis zu 30 Tagen nachzugehen. Ein Hund ist in der Lage immer den frischesten Trail zu identifizieren.

Für uns Menschen ist es deshalb wichtig den Hund richtig lesen zu lernen, da wir selbst den Geruch nicht sehen oder riechen können.

Wichtig: Richtiges lesen lernen, vertrauen und beobachten des Hundes


Fitness  ist die Voraussetzung beim Hund und Hundeführer(in). Man sollte bedenken, dass ein Trail oft über Stunden gehen kann. Dass beide einer großen Belastung ausgesetzt sind, der Hund wie auch der Hundeführer genügend Trinkpausen machen müssen.

Beim Hund ist es sehr wichtig da er über die Schleimhäute stark austrocknet und dann eine Suche nicht mehr möglich ist.

Zum Einlernen sollte man nur kurze Trails machen, da der Hund durch tausende Gerüche seien Trail absolvieren soll und er erst die Zuordnung erlernen muss.

Auch der Umgang mit Bekannten, die er plötzlich ignorieren muss, der Straßenverkehr, dass Stehen bleiben, Anhalten und den Trail fortsetzen muss erlernt werden. Auch bei der Begegnung mit Artgenossen muss er lernen, dass sein Trail wichtiger ist.

Beim Trail gehen wir immer mit Leine. Natürlich muss man das Handling mit der Leine lernen. Man darf den Hund nicht mit der Leine lenken sondern nur begleiten.

An seiner Art, wie der Hund sucht, sollte man erkennen, ob er noch auf seinem Trail ist.

Ein gut trainierter Hund wird seine Spur selbst wieder aufnehmen.Beim Trail selbst sollte immer eine zweite Person, auch „Flanker“ oder Begleiter genannt, dabei sein um etwaigen Gefahren vorzubeugen. Z.B. Warnung eines Radfahrers, der über die lange Leine stürzen könnte, oder der Trail geht über ein eingezäuntes Grundstück, bei dem der Begleiter das Tor öffnen muss.

Beim Trail spielt der Wind eine sehr große Rolle. Jede Luftströmung verweht den Individualgeruch, so dass dieser auf verschiedensten Sträuchern, Hausmauern oder Zäunen wieder zu finden ist. Bei Kreuzungen ist es daher sehr wichtig, den Hund genau zu kennen und zu „lesen“. Durch den Wind kann der Geruch bis zu mehreren hundert Metern getragen werden.

Erkennt der Hundeführer, dass der Hund den Trail verloren hat, sollte er diesen an die Stelle zurückführen, bei der er sich sicher war, auf dem richtigen Trail zu gehen.

Deshalb ist es sehr wichtig mit einem Mantrailhund keine Fährte mehr zu gehen, weil der Hund flexibel seinen Trail verfolgen muss. Nicht nur der Wind sondern auch das Wetter verändert unseren Individualgeruch.

Ist es trocken und heiß, sterben die Bakterien früher als bei feuchtem und kühlem Wetter.

Regen belebt die Partikel, Minusgrade verkürzen den Geruch, ganz verschwinden wird der Geruch erst nach vielen Tagen (bis zu 30 Tagen).

Der Individualgeruch wird auch durch die Nahrung und Medikamente verändert. Der Hund kann aber die Abweichungen unterscheiden

Zum Trail bzw. Geruchsgegenstand

Man sollte bei der Auswahl des Gegenstandes sehr darauf achten, dass wirklich nur ein persönlicher Gegenstand verwendet wird und keine fremde Person diesen Gegenstand berührt. Der Hundeführer sollte den Gegenstand selbst aussuchen und in ein Plastiksackerl geben.

Der Geruch soll dem Hund erst dann gegeben werden, wenn dieser sich überzeugt hat welche Personen anwesend sind.

Danach bekommt der Hund den Geruch zur Verfügung, aber nur einmal.

Der persönliche Gegenstand (Geruch) muss aber mitgenommen werden.

Im Falle, dass der Trail zu lange dauert, kann man damit einen zweiten Hund auf diesen Trail ansetzen.

Der Hund kann den Geruch, den er am Anfang bekommt, so lange speichern bis er sein Ziel erreicht hat oder seine Kenndecke zurückgehängt wird.

Zur Info:  Man sollte schon mit dem jungen Hund bzw. Welpen Trails üben, denn der Hund hat ohnehin einen ausgeprägten Geruchssinn.

Begonnen wird mit Futter, später kann man mit einem Gegenstand und Futter kurze Trails üben.

Am Anfang verwendet man eine max. 3-4m Leine. Erst wenn der Hundeführer(in) den Umgang mit der Leine und dem Hund beherrscht, kann man eine 10m Leine verwenden.

Hund und Hundeführer sollten gut sichtbar sein Reflektierende Bekleidung ist daher ein Vorteil. Sein Geschirr (Kenndecke) bekommt der Hund unmittelbar vor dem Trail angelegt und nach Beendigung sofort wieder abgenommen, damit der Hund weiß, dass sein Trail zu Ende ist.

Bei jeder Übung sollte ein Begleiter dabei sein,  sowie ein Handy, ausreichend Wasser, eine Erste Hilfe-Box, eine Ersatzleine und ein kleiner Rucksack für diese Utensilien


Bedenken Sie, der Hund ist keine Maschine! Er braucht Pausen und Wasser, wenn er auch die bessere Nase hat als wir!

 


© mantrailing